Am Sonnabend, dem 13. Dezember 2003 um 12.30 Uhr war dann die Hochzeit. Bevor es zum Standesamt losgehen konnte, war es in unserem sonst so ruhigen Haus im Narzissenweg sehr turbulent. Der einzige, der noch ein bisschen Zeit für mich hatte, war Opa Willi. Ich hatte schon Angst, dass man mich zur Hochzeit gar nicht mitnehmen würde, Aber dann habe ich gesehen, dass mein Kinderwagen in Opas Auto gehoben wurde. Das sah doch gut für mich aus. Oder doch nicht? Er musste wieder raus, weil Opas Auto keinen so großen Kofferraum hatte. Was nun? Aber mein lieber Papa hatte ja auch ein Auto und das hatte genügend Platz für meinen Wagen. Nur gut. Das beruhigte mich sehr. Papa schnallte mich noch mit meinem Autositz fest und erleichtert stellte ich fest, dass Mama, Oma, Opa und Papa zu mir in das Auto einstiegen. Zufrieden schloss ich nach der überstandenen Aufregung die Augen. Unser Auto fuhr los und schaukelte mich in den verdienten Schlaf.

Vor dem Standesamt auf dem Hallenser Marktplatz warteten schon viele nette Leute auf uns. Alle wollten sie auch mich freundlich begrüßen und lächelten mir zu. Einige baten auch meine Oma, ob sie mich vielleicht ein wenig herumtragen dürften. Ich schaute immer zu meinen lieben Eltern, die heute ganz anders aussahen. Richtig fein sahen sie aus. Mein Papa hatte sogar einen Anzug mit Weste an. Aber noch schöner war meine Mama. Sie war so schön wie ein Filmstar. Sie lächelte unentwegt und zeigte allen ihre schönen Zähne

Ihre Augen sahen auch plötzlich ganz anders aus. Ich muss sie später mal fragen, wie sie das gemacht hat. Leider hatten sie aber fast keine Zeit für mich. Dafür hatte ich ausnahmsweise Verständnis, zumal meine Oma ja immer bei mir war. Allerdings war ich doch etwas ärgerlich. Warum behauptete Oma all den netten Menschen gegenüber , ich wolle sie nicht sehen, sondern lieber schlafen. Ich fand es sehr spannend, bei der Hochzeit meiner Eltern dabei sein zu dürfen und aufzupassen, ob sie dabei auch keine Fehler machen würden. Ich wollte nicht schlafen. Und nette Leute anzulächeln , hatte mir schon immer gut gefallen. Wenn das heute mit dem Heiraten nur gut ausgeht.

Wie es aussah, hatten Mama und Papa aber gar keine Angst vor der forschen Standesbeamtin. Wie ihr auf den Bildern seht, sahen sie sehr fröhlich aus.

Und dann hörte ich etwas, was mich sehr beeindruckte. Wunderschöne Musik klang mir aus dem Raum des Standesamtes entgegen. Meine Omi. spielte Klavier und dazu spielte Oleg Geige. Von den schönen Klängen konnte ich gar nicht genug bekommen. Auch Franziska spielte später zu Olegs Geige auf dem Klavier. An Schlafen und Ruhe wollte ich nun gar nicht mehr denken. Ich hörte mit offenen Augen und Ohren zu.

 

 


 

 

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